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2003-09-20

WIK - vom Expertenbrief zur Fachzeitschrift

"Wenn es die WIK nicht schon gäbe, würde ich sie heute wieder gründen", Peter Hohl, dem Titel von Anfang an verbunden und heute Heraus- und nach wie vor Ideengeber der WIK, ist sich sicher, dass die deutsche Wirtschaft eine Qualitätszeitschrift für die Fragen der Sicherheit benötigt.

Dass die WIK im 25. Jahrgang 2003 die meist abonnierte Sicherheitsfachzeitschrift in Deutschland werden würde, war im Mai 1979, als Peter Hohl die Redaktion für einen neuen Newsletter, den "Vertraulichen Expertenbrief Wirtschaftskriminalität" übernahm, nicht absehbar. Bis zum Ende des dritten Quartals hatte der damalige Herausgeber, ein Frankfurter Verlag, gerade 23 Abonnenten überzeugt. Peter Hohl griff kurz entschlossen zu, übernahm Titel und Abonnenten, gab den Titel im Selbstverlag heraus und erhöhte die Zahl der zahlenden Leser durch Qualität in der Themenauswahl und Geschick im Vertrieb sukzessive. Peter Hohl: "Erst als wir die Zahl von 1.000 Abonnenten überschritten, 1986, haben wir begonnen uns aktiv um Anzeigen zu bemühen". In der Zwischenzeit war aus dem 14-tägig erscheinenden, meist 8 Seiten starken "Brief", eine veritable Zeitschrift entstanden, die WIK, Untertitel "Wirtschaftskriminalität - Information und Warnung".
1985
Ab 1985 zierte das Kürzel WIK auch den Umschlag der Zeitschrift. Der Titel war Programm, in erster Linie ging es um Themen und Fälle, bei denen Unternehmen mit Hilfe von Tricks oder Straftaten Vermögensschäden zugefügt wurden, also um die vielfältigen Facetten der Wirtschaftskriminalität. Zu den "spannendsten" Themen in den ersten Jahren gehörte die Recherche einer internationalen Betrugsserie, bei der mafiose Strukturen in ganz Westeuropa den Banken minderwertige Edelsteine als Sicherheiten unterjubelten. Gefälligkeitsgutachten sorgten für eine Höherbewertung und damit für Millionenkredite, die nie zurück gezahlt wurden. Strafverfahren gab es gegen die international agierenden Täter nicht, doch auch keine Wiederholungen, denn WIK hatte die Banken gewarnt.
Mit Blick auf die Leser, unter anderem aus den Bereichen Banken und Handel, wurde aber auch schon früh über die technische Prävention berichtet, so zum Beispiel über die optische Raumüberwachung in Banken (12/1984) oder über die elektronische Artikelsicherung im Einzelhandel (10/1984). In diese Phase fällt auch die erste Beschäftigung mit Themen wie der Sicherheit von Rechenzentren oder sichere Geldausgabeautomaten. Es zeigte sich recht schnell, dass die Themenpalette in diesem Gebiet so umfangreich ist, dass sie die WIK sprengen würde. Schon wenige Monate nach den ersten Beiträgen in der WIK wurde daher am 1. Januar 1985 die Schwesterzeitschrift "Kommunikations- und EDV-Sicherheit" (KES), heute kes - Die Zeitschrift für Informations-Sicherheit, gegründet.
1987
Zwei Jahre später, mit der WIK-Ausgabe 1/1987 gab es dann die nächste qualitative Aufwertung der Zeitschrift, einen so genannten Relaunch. Die rund erneuerte WIK hat jetzt einen zeitschriftentypischen Umschlag mit Fotos bekommen, die Erscheinungsweise wurde auf zweimonatlich umgestellt und der Inhalt ausgeweitet, unter anderem auch durch die Integration der regelmäßigen Mitteilungen und des Warnungsdienstes von PRO HONORE. WIK war nun offizielles Organ dieses traditionsreichen Hamburger "Vereins für Treu und Glauben im Geschäftsleben e.V.". Creditreform und der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) waren schon in den Jahren zuvor Partner der WIK geworden.
Für zusätzlichen Input sorgte ab 1987 auch eine nun auf drei Köpfe angewachsene Redaktion: Neben Peter Hohl trugen Dr. Erwin Zimmerli aus der Schweiz und Ute Zimmer als Volontärin dazu bei, dass auch in den folgenden Jahren mit praxisgerechter Substanz und vielen nützlichen Informationen zur Schadenabwehr immer mehr Leser sich für die WIK entschieden. Einige Elemente, die damals für die Zeitschrift entwickelt wurden, finden sich unverändert bis heute in der Gestaltung der WIK. Es ist die grundlegende Entscheidung, dass der Informationsauftrag, der Nutzen für den Leser, im Mittelpunkt jedes einzelnen Beitrags und jeder Meldung stehen soll. Auf nicht-informative, ablenkende Bebilderung, so genannte Schmuckfotos, wird weitgehend verzichtet und an die Artikel, auch von externen Autoren, wird der Anspruch gerichtet, dass sie ihr Manuskript auch durch die Brille des Lesers betrachten und entsprechend anpassen, bevor es in der WIK veröffentlicht wird.
Augenfälliger ist allerdings eine andere Reminiszenz, das damals neue Logo der Zeitschrift. Es ist ein Beispiel, wie einfach Geniestreiche sein können: Peter Hohl hatte bei Grafiker Alex J. Schürenberg in Köln Vorschläge für eine neue Titelgestaltung von WIK und KES erbeten. Zur Vorbereitung der Ideensammlung schrieb Schürenberg mit dickem Filzstift die beiden Zeitschriftenkürzel über die Spalten. Und das war's dann schon. Keine der folgenden Ideen reichte an die Markanz und Einprägsamkeit dieser Bildmarken heran, "die Handschrift mit Schwung passte am besten zur frischen, journalistischen Aufbereitung der Themen", erinnert sich Peter Hohl an die Entscheidung.
Wir werden unserem Logo auch weiterhin die Treue halten, auch wenn sich die thematische Breite inzwischen weit über die Wirtschaftskriminalität hinaus entwickelt hat und auch der Untertitel "Zeitschrift für die Sicherheit der Wirtschaft" den Ursprung der Zeitschrift nicht mehr aufgreift.
1989
Ein weiteres wichtiges Datum für die Entwicklung der WIK war der Fall der Mauer und der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik in den Jahren 1989 und 1990. Wie in vielen Unternehmen wurde auch im Ingelheimer Verlag überlegt, worin die wirtschaftlichen Chancen für das eigene Unternehmen liegen. Peter Hohl entschied sich dafür, das Konzept "Nutzen bieten", das die Basis aller Verlagsaktivitäten war (und ist) auch hier zugrunde zu legen. Er besuchte in jenen Monaten viele DDR-Betriebe, die Sicherheitstechnik produzierten, traf gründungswillige DDR-Bürger, viele wollten Sicherheitsdienstleister oder Errichterbetrieb werden, und fand heraus, dass auch die Unternehmen aus dem Westen, die dort Fuß fassen wollten, viel zu wenig über die dort gültigen Rahmenbedingungen wussten. Eine Konsequenz daraus waren Rechtstipps für die Gründung von Zweigniederlassungen in der DDR und eine kostenlose Ost-West-Partnerbörse, aus der viele Beziehungen entstanden sind, die bis heute nachwirken. Rund 200 Neuabonnenten, die die Gebühr noch in DDR-Mark zahlen konnten, waren der verdiente Lohn des Engagements. Ein anderer Service galt den Unternehmensgründern in den dann schon bald "Neuen Bundesländern". Ihnen musste das fachliche Rüstzeug für den nun gesamtdeutschen Start vermittelt werden, insbesondere neue Gesetze, Normen und andere Richtlinien. Es gab Hilfen für die Gründer von Sicherheitsdienstleistungsunternehmen, für Schlüsseldienste und Errichter, etwa Erläuterungen zu VdS-Richtlinien oder zur Bewachungsverordnung. Einige der damaligen Abonnenten sind der WIK bis heute treu geblieben.
Das besondere Engagement und die Erweiterung der Themenpalette um den Bereich Sicherheitstechnik ermöglichte es der WIK dann auch stärker am Anzeigenmarkt zu partizipieren. Als Nachzügler im Themenbereich der Sicherheitstechnik, in dem heutige Wettbewerber noch eine weit bedeutendere Marktposition inne hatten, eröffnete nur Qualitätsjournalismus die Chance, die Nische auszubauen. Zeitaufwändig wurden Produktinformationen der Hersteller nachrecherchiert, konsequent nach dem zusätzlichen Nutzen für den Anwender gefragt, die Themen kritisch ausgewählt. Es zeigte sich, dass der Aufwand lohnte. Neben den Vertriebserlösen aus einer treuen Leserschaft wuchs langsam aber kontinuierlich auch der Anzeigenumsatz.
1991
Der gewachsene redaktionelle Aufwand legte es nahe, sich personell zu verstärken. Mit Horst Schärges kam ein gelernter Journalist und Diplom-Kaufmann in die Redaktion, der schon bald wesentliche Aufgaben übernahm, zum 1.1.1991 auch die redaktionelle Verantwortung, die er bis heute inne hat. Die Entlastung erlaubte es dem Herausgeber nun eher über den nächsten Redaktionsschluss hinaus zu denken und die WIK noch stärker im Markt zu verankern. Der Erfolg kam schon bald, die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) war überzeugt, dass die WIK unter den Sicherheitsfachzeitschriften im Markt die besten Voraussetzungen für die Nutzung als Verbandsorgan biete. Seit August 1991 findet sich daher in der Mitte jeder regulären WIK-Ausgabe ein mehrseitiger, hervorgehobener Sonderteil, in dem die ASW und ihre Mitgliedsverbände ihre Anliegen an die Öffentlichkeit tragen können.
1992
Im Folgejahr, 1992, nahm die WIK dann auch erstmals mit einem eigenen Stand an der SECURITY in Essen teil. Als Berichterstatter hatte Peter Hohl zwar auch schon zuvor regelmäßig das wichtigste deutsche Branchen-Event besucht und auch Zeitschriften ausgelegt, doch erst mit Beginn der 90er hatte die Sicherheitstechnik in der WIK einen Stellenwert bekommen, der eine Teilnahme als Aussteller rechtfertigte. Seither hat der Verlag keine Messe in Essen ausgelassen. Zuletzt organisierte SecuMedia mit seinen Partnern ASW und BSI, mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Bundesverband Deutscher Detektive einen eindrucksvollen Gemeinschaftsauftritt mit der Bezeichnung "Informationsverbund Wirtschaftssicherheit". Die ausstellende Sicherheitsbranche unterstützt der SecuMedia Verlag in Essen jeweils mit speziellen Besucherführern, in denen die Messeneuheiten in den einzelnen Produktgruppen vorgestellt werden.
Ab Anfang der 90er Jahre hatte die WIK ihre Rolle gefunden, so dass nach den mehrmaligen und heftigen Veränderungen des ersten Jahrzehnts nun ein ruhiger Prozess der kontinuierlichen Verbesserung stattfinden konnte. Dazu zählt unter anderem die Einführung der seither zweijährlich durchgeführten WIK-Sicherheits-Enquête, eine Befragung von Sicherheitsexperten in Unternehmenssicherheit und Sicherheitsdienstleistung. Sie füllte eine Lücke, denn erstmals war es mit ihrer Hilfe möglich, Auskunft über die aktuelle Situation der Wirtschaftssicherheit, über Meinungen der Experten zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen, zum Investitionsbedarf, zu Trends in der Organisation der betrieblichen Sicherheit und zur Personalsituation zu bekommen. Mit den Ergebnissen dieser gemeinsam mit der ASW und anderen Partnern durchgeführten Umfrage konnte jeweils auch die breite Öffentlichkeit über die Anliegen der Unternehmenssicherheit informiert werden. Zum Jahreswechsel 2002/03 wurde diese Erhebung bereits zum sechsten Mal durchgeführt.
1993
Das Wachstum des Marktes in den ersten Jahren nach dem Beitritt der neuen Bundesländer verlangte eine verlegerische Entscheidung über die Frage, wie SecuMedia den gewachsenen Informationsbedarf all jener decken könnte, die ihren Umsatz mit dem Verkauf von Sicherheitstechnik erzielen, also den der Errichter von elektronischer Sicherheitstechnik und der Distributoren von mechanischen Sicherheitsprodukten. Die Informationsbedürfnisse sind zwar im Kern ähnlich, doch hinsichtlich der Themenauswahl und -Aufbereitung hatte diese Zielgruppe andere Wünsche als die Security-Manager. 1993 startete der Verlag daher mit zwei Versionen des "WIK-Sicherheitsbriefs", einer für die Gruppe der "Mechaniker", der andere für die Gefahrenmelde-Errichter - zwei kompakte Newsletter, die ausschließlich das enthielten, was Sicherheitsanbieter wissen müssen, um erfolgreich zu sein. Im Zuge der fortschreitenden Entwicklung zu Absicherungslösungen, die Elektronik und Mechanik integrieren, und einer entsprechenden Entwicklung im Markt wurde 1996 ein erweiterter gemeinsamer WIK-Sicherheitsbrief herausgegeben. 2001 konnte die notleidende, die gleiche Zielgruppe ansprechende Wettbewerbszeitschrift "Sicherheits markt" erworben werden. Im Oktober 2003 steht nun erneut eine Weiterentwicklung an, die einerseits eine Kombination mit der WIK zu einer breiteren Wissenvermittlung und andererseits moderne Instrumente, wie Newsletter und Internet, für eine schnellere Information nutzen wird.
1998
Schon immer war es Anliegen der WIK, auch über den Kreis der unmittelbaren Zielgruppe hinaus zu wirken. Entstanden ist daher 1998 zusammen mit einem Sponsor auch die Beilage WIK management, eine knappe, 4-seitige Information, die zur Weitergabe in die Führungsetage gedacht war, und zur Sensibilisierung der Spitzenmanager für Sicherheitsfragen beitragen sollte. Zwei Jahre lang wurde kompakt auf die besonderen Sicherheitsaspekte des Top-Managements aufmerksam gemacht. Heute liegt das Projekt in der Wiedervorlage für einen künftigen Sponsor.
Eingeführt wurden in den 90er Jahren auch die arbeitsaufwändigen Marktübersichten, die entweder im besonderen Teil "Einkaufsführer" in der WIK oder in Sonderausgaben veröffentlicht werden. Wer heute über die Vergabe von Sicherheitsaufgaben an Sicherheitsdienstleister nachdenkt, findet in den Specials über Wachunternehmen, Notruf- und Service-Leitstellen sowie Geld- und Werttransporte viele aussagekräftige Informationen, die bei der Angebotseinholung eine wichtige Hilfe sind. Kein bundesweit oder überörtlich agierender Sicherheitsdienstleister, der seinen Kundenstamm erweitern will, kann es sich heute leisten, auf ein Profil in der - kostenlosen - Marktübersicht der WIK-Specials zu verzichten.
Gleiches gilt für die zweijährlich im Wechsel veröffentlichten WIK-Sonderhefte über Zutrittskontrolle und Videoüberwachungstechnik. Hier werden akribisch die technischen Daten so gut wie aller im deutschsprachigen Markt angebotenen Produkte vergleichbar zusammengestellt - eine ideale Grundlage für alle, die Ausschreibungen in diesem Bereich planen.
2001
Noch am Anfang der Entwicklung steht der online-Auftritt der WIK. Er dient als Ergänzung der gedruckten Ausgabe der WIK und bereitet den Verlag darauf vor, dass sich die Nutzungsgewohnheiten für Informationen grundlegend ändern. Die Abonnenten haben schon heute den Vorteil, dass sie hier im passwortgeschützten Bereich die komplette WIK in digitaler Form aufrufen und - immer dann wenn der Platz in der gedruckten WIK nicht ausreicht - ergänzende Informationen finden können.
All diese Aktivitäten wurden und werden auch in Marktsituationen von unseren Lesern honoriert, in denen Sparvorgaben mit den Informationsbedürfnissen konkurrierten. Heute, im 25. Jahrgang, ist die WIK die meist abonnierte Sicherheits-Fachzeitschrift im deutschen Markt. Dies zeigt uns, dass sich die Mühe lohnt, über die Informationsbedürfnisse der Leser nachzudenken und wo immer möglich zu berücksichtigen. Gleichzeitig ist es aber auch eine Verpflichtung, das Erreichte jeweils neu auf den Prüfstand zu stellen, das redaktionelle Angebot den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen und den Kontakt mit den Lesern so intensiv wie möglich zu gestalten. Dies ist für das WIK-Team eine stete Herausforderung, aber eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.
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