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2003-09-15

Peter Hohl - seit 1967 mit Sicherheitsthemen befasst

Der Wechsel von der Heidelberger Universität zur örtlichen Tageszeitung, der Rhein-Neckar-Zeitung, war der Startschuss für die Medienkarriere des Geschichte- und Germanistik-Studenten Peter Hohl. Von nun an ging es ganz schnell voran: Nach Volontariat und kurzer Redakteurszeit übernahm er, gerade 24 geworden, die Ressortleitung des 90-minütigen Mittagsmagazins im ersten Hörfunk-Programm des damaligen Südwestfunks, Baden-Baden. Schon zwei Jahre später, 1967, rief Eduard Zimmermann (re) den
jungen Mann vor und hinter die Kamera zu "Aktenzeichen XY ungelöst". Bis zu seinem Ausstieg zwölf Jahre später, im April 1979 sichtete er für den Urahn des "Reality-TV" mehr als 1.000 Polizeiakten und schrieb mehr als 200 Drehbücher. Er wurde dabei nicht nur einem Millionen-Publikum als "der Mann hinter der Scheibe" bekannt, der die Zuschauer-Hinweise zu den Fahndungsfällen zusammenfasste, sondern war auch für eine Vielzahl von Sicherheitsexperten aus Polizei, Ministerien und Wirtschaft, die zusammen mit ihm akribisch Fälle bislang flüchtiger oder unbekannter Täter aufbereiteten, ein wichtiger Partner. Die Basis für weitere Medien-Aktivitäten im Bereich der Sicherheit, vor allem für die heutige WIK und den SecuMedia Verlag, war damit geschaffen.

Der SecuMedia Verlag:
Partnerschaften prägen die Entwicklung

Keimzelle des SecuMedia Verlags war ein bis dahin ungenutzter Raum in einem alten Winzerhaus in Ingelheim, das Redaktionsbüro von Peter Hohl, der ab Dezember 1979 den Expertenbrief Wirtschaftskriminalität, die spätere WIK, im Selbstverlag herausgab. Seither sind vielfältige Verlagsaktivitäten hinzu gekommen.
Ein entscheidender Schritt, den Verlag auf ein breiteres Fundament zu stellen, war 1985 die Markteinführung der KES - Zeitschrift für Kommunikations- und EDV-Sicherheit, heute kes - Die Zeitschrift für Informations-Sicherheit. Auch mit der Herausgabe erster Fachbücher wurde in den 80er Jahren begonnen. Insbesondere das seit 1984 zusammen mit dem Schweizer Partner Daniel Beer alle zwei Jahre erscheinende Sicherheitsjahrbuch ist bis heute ein von Unternehmen und Behörden hoch geschätztes Kompendium mit Beiträgen über die Gefährdungslage, dem umfassenden Lexikon der Sicherheitstechnik und allen wichtigen Sicherheits-Adressen im deutschen Sprachraum. Zum Fachbuchprogramm gehörten weiterhin - heute vergriffene - Werke über Ladendiebstahl und Wirtschaftsspionage. Hinzu kamen die ersten belletristischen Werke, zwei Gedichtbände ("Herzknistern" von Claudia Malzahn sowie "...und als Zugabe mich", von Steffi und Peter Hohl, mittlerweile schon in der vierten Auflage). Die bewussten Abstecher in sicherheitsfremde Gefilde pflegt Peter Hohl bis heute: Drei so genannte Sprüchebücher ("Lieber ein Optimist, der sich mal irrt ...", "Ein Mittel gegen Einsamkeit", "Seid froh, wenn's schwierig ist...") sind mittlerweile erschienen, das vierte, wie die Vorgänger mit 52 ausschließlich eigenen, von Joaquim Busch treffend illustrierten Wochensprüchen wird es ab Oktober geben. In die Reihe dieser für einen Sicherheitsverlag "besonderen Bücher" passt auch der im Vorjahr herausgegebene Fotoband "KinderAugenBlicke" zugunsten des Deutschen Kinderschutzbundes.


Ein Ausgleich zur Beschäftigung mit Sicherheitsthemen: Einige Werke aus der "Belletristik-Ecke" des SecuMedia Verlags. Gesamtauflage bisher: 100.000)

Ab 1990, der Verlag hatte sich, bei allen die sich in Deutschland für die Sicherheit der Wirtschaft interessierten, einen guten Namen gemacht, wurden die Weichen auf Wachstum gestellt, gemeinsam mit langjährigen Partnern aus der Schweiz, unter anderem Daniel Beer, wurde sowohl in der Schweiz wie in Deutschland mit wechselseitigen Beteiligungen ein SecuMedia Verlag gegründet. Die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft war auch mit einem Umzug in ein größeres Geschäftsgebäude in Ingelheim-Sporkenheim verbunden. Nach Wachstum in beiden Ländern wurde die rechtliche Verbindung zum Januar 1998 wieder entflochten, die Zusammenarbeit - oder moderner, die strategische Partnerschaft - besteht in vielen Bereichen jedoch fort. Die SecuMedia Verlags GmbH ist heute wieder vollständig im Familienbesitz.
Der Verlag stieg früh auf moderne Informationsverarbeitung um: 1980 wurde ein elektronisches Bildschirmtextsystem ("BITSY") angeschafft. Es hatte statt einer Festplatte eine Diskette mit 80 kB Speicherkapazität, einen Arbeitsspeicher von 19 kB und kostete 32.000 DM.

Mit der neuen, professionelleren Unternehmensbasis von 1990 wurde der SecuMedia Verlag dann rasch Medienpartner der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft, der ASW (seit 1991), und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das seit 1993 die kes als ihr Organ nutzt. Begleitet wurden diese Partnerschaften von Buchveröffentlichungen für das BSI und der Gestaltung von Lehr- und Unterrichtsmaterial für die Verbände für Sicherheit in der Wirtschaft. So wird seit 1995 der ASW-Leitfaden Unternehmenssicherheit - mit inzwischen acht Themenheften - herausgegeben und gepflegt, in dem die wichtigsten Qualifikationen in der Unternehmenssicherheit vermittelt werden, unter anderem für die IHK-Werkschutzfachkraftprüfung. Zusammen mit der ASW wurde zum Jahreswechsel 2003 eine ähnliche Reihe für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe aufgelegt. Hier sind bisher die drei Bände "Rechtliche Grundlagen", "Umgang mit Menschen" und "Sicherheitstechnik" aufgelegt. Auch Banken und Sparkassen werden bei der Sicherheitsfortbildung ihrer Mitarbeiter unterstützt. Hier steht nun in zweiter, überarbeiteter und neu konzipierter Auflage ein Lehrpaket (Präsentationssoftware, Folien, Hand-outs etc.) für die Mitarbeiter-Unterweisung nach UVV Kassen zur Verfügung. Partner waren hier die Berufsgenossenschaften für den privaten und öffentlichen Bankenbereich. Gemeinsam ist allen Lehrmaterialien des Verlags, dass bei ihrer Gestaltung größter Wert auf die Didaktik, auf die Art der Wissensvermittlung gelegt wird. Aufbau und Optik werden jeweils von erfahrenen Weiterbildungsexperten mitgestaltet, so dass es den Lernenden möglichst leicht gemacht wird, den oft trockenen Stoff zu verstehen und aufzunehmen.
Einen großen Schritt in ein neues Aufgabenfeld machte der SecuMedia Verlag 1999. Seither organisiert er für die Messe München eine IT-Sicherheitsschau auf der jährlichen SYSTEMS. Trotz Einbußen der IT-Branche gelang es bisher Jahr für Jahr wachsende Aussteller- und Besucherzahlen in die Sicherheitshalle (2003: B2) der IT-SecurityArea zu locken. Interessant ist der Besuch auch für alle Nicht-IT-Spezialisten, denn die Area vermittelt kompakt in einer Halle den Überblick über die aktuellen Sicherheitslösungen für die Informations- und Kommunikationstechnik. Als Clou erwiesen sich von Anfang an die beiden die gesamte Messe begleitenden, kostenlos zugänglichen Foren mit Expertenvorträgen. 2003 werden mehr als 190 Vorträge zu unterschiedlichsten IT-Sicherheitsthemen für Neueinsteiger und Professionals angeboten (Programm unter: www.it-security-area.de).


Peter Hohl im Gespräch mit dem Bundesminister des Innern, Otto Schily

Aktuell bestehen darüber hinaus auch Partnerschaften des Verlags mit dem Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS), für den SecuMedia die Produktion der Zeitschrift "DSD - Der Sicherheitsdienst"betreut, und mit VdS Schadenverhütung, Köln, für deren Organ "s+s report" der Verlag die Anzeigenakquisition übernommen hat.
Peter Hohl, er feierte kürzlich den 62. Geburtstag, hat die Weichen für einen weiteren Ausbau des Verlags mittlerweile gestellt. Seit Jahresbeginn sind Veronika Laufersweiler und Nina Malchus Mitgeschäftsführerinnen des Verlags. Neue Projekte warten bereits in der Schublade. Stolz ist p.h., so sein Kürzel, das gelegentlich die Beiträge ziert, dass es ihm auch ohne kaufmännische Ausbildung gelang, den Verlag fast immer in den schwarzen Zahlen zu halten. Der gravierendste Verlust entstand im Gründungsjahr. Bei nur 25.000 DM Umsatz endete das Jahr mit einem Minus von 31.000 DM. Heute erwirtschaftet der Verlag einen Jahresumsatz von 2,5 Mio. EUR und sieht sich in einer guten Marktposition.

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