Gehören Zutrittskontrolle und Zeiterfassung immer zusammen?
Ing. Robert Kostenzer, Produktmanager der GANTNER Electronic GmbH, Schruns(A):
Nein, wer bei der Planung von Zeit- und Zutrittssystemen die betrieblichen Anforderungen berücksichtigt, kommt meist schnell zur Erkenntnis, dass Zeit und Zutritt zwei getrennte Themen sind, auch wenn die Zusammenfassung beider Aufgaben in einem Terminal vermeintlich Kosteneinsparungen verspricht. Leser, die dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden, vermeiden unnötige Wege und erhöhen den Komfort. Deshalb sollten auch in der Hardware Zeiterfassungs- und Zutrittsterminals voneinander getrennt werden: Die Zutrittskontrolle soll im Außenbereich - Wind und Wetter ausgesetzt - den sicheren Zutritt in das Gebäude ermöglichen. Dort möchte man aber nicht auch seine Zeitsalden oder den Stand der elektronischen Geldbörse abfragen oder den Mittagstisch in der Kantine buchen. Kaum ein Sicherheitsverantwortlicher würde umgekehrt ein Zeiterfassungsgerät mit großem TFT-Display und Touchscreen im ungesicherten Bereich, wo mit Vandalismus zu rechnen ist, anbringen. Ebenso würde kein IT-Verantwortlicher ein Gerät mit TCP/IP-Anschluss, das ins Firmennetzwerk integriert ist, in den Außenbereich hängen und somit eine einfache Angriffsmöglichkeit auf das Netzwerk ermöglichen. Die Zeiterfassung so nah wie möglich am Arbeitsplatz der Mitarbeiter stattfinden zu lassen, ist ein weiteres Argument für die Trennung. Die Zeiten vom Eingang des Firmengebäudes oder -geländes bis zum Arbeitsplatz inklusive Umkleidezeiten können sich je nach örtlichen Gegebenheiten sehr schnell summieren und sind somit auch ein wichtiger Faktor in der Kalkulation. Solche Szenarien verlangen eine klare Trennung von Zutrittskontrolle und Zeiterfassung und rechtfertigen dann auch eventuell höhere Anschaffungskosten.
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